Einkommensteuer: Ehegattenarbeitsvertrag – Aufwendungen der Kinderbetreuung

Steuerspar-Tipp: Die Kosten zur Betreuung Ihres noch nicht schulpflichtigen Kindes können lediglich als Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung abgezogen werden. Werden Kosten für die Unterbringung und Betreuung eines nicht schulpflichtigen Kindes durch den Arbeitgeber erstattet, so sind diese lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 33 Einkommensteuergesetz).

Voraussetzungen hierfür sind:

  • Die Erstattung der Kinderbetreuungskosten werden zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn ausbezahlt – vorzugsweise unbar und mit einem entsprechenden Verwendungszweck.
  • Ebenso müssen die Leistungen zur Unterbringung und Betreuung auf ein nicht schulpflichtiges Kind bezogen sein. Dies sind Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
  • Die Kosten müssen nachweislich tatsächlich entstanden sein, beispielsweise der monatliche Kita-Beitrag.

Mögliche Gestaltung durch die Anstellung Ihres Ehegatten
Die Möglichkeit der steuer- und sozialversicherungsfreien Auszahlung der Betreuungskosten bietet sich insbesondere bei Beschäftigungsverhältnissen zwischen Ehegatten an.

Ist der Ehegatte im Betrieb seines Ehepartners beispielsweise im Rahmen eines Minijobs beschäftigt, können die Betreuungskosten zusätzlich zum vereinbarten Arbeitslohn erstattet werden. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn neben dem Arbeitsverhältnis in Form eines Minijobs mit dem Ehepartner ein weiteres Beschäftigungsverhältnis besteht, bei welchem keine Kinderbetreuungskosten vom Arbeitgeber erstattet werden.

Die lohnsteuer- und sozialversicherungsfreien Kindergartenzuschüsse wirken sich nicht auf die 450,00-EUR-Grenze für Minijobs aus, da diese hierauf nicht angerechnet werden.

Werden weitere freiwillige Leistungen zuzüglich zum geschuldeten Arbeitslohn wie beispielsweise Weihnachtsgeld ausbezahlt, können diese grundsätzlich in eine lohnsteuer- und sozialversicherungsfreie Erstattung umgewandelt werden.

Neben der Möglichkeit des Abzugs der Kinderbetreuungskosten im Rahmen der Sonderausgaben, bei welchem die Betreuungskosten lediglich nur zu zwei Dritteln bis maximal 4.000,00 EUR berücksichtigt werden, gilt die Erstattung durch den Arbeitgeber als Betriebsausgabe. Dies wirkt sich somit zugunsten des Arbeitgebers voll auf sein steuerliches Ergebnis aus.

Die steuer- und sozialversicherungsfreie Erstattung der Kinderbetreuungskosten Ihres noch nicht schulpflichtigen Kindes stellt gerade bei Ehegatten-Beschäftigungsverhältnissen eine tolle Gestaltung dar.

zurück

Autor


Vegard Maisenbacher

Bachelor of Arts
RSW Steuern und Prüfungswesen

Telefon+49 721 9633-182