Haben Sie noch offene Forderungen? Regelverjährung zum 31.12.2017

Das Jahresende steht vor der Tür – grundsätzlich nicht die Jahreszeit, in welcher man sich mit Papierkram beschäftigen möchte. Doch rein rechtlich gesehen ist der 31. Dezember ein wichtiger Stichtag. Gemäß § 195 BGB tritt mit Ablauf dieses Tages die Verjährung für viele Forderungen ein.

Verjährungsfrist
Es lässt sich leicht vermeiden und ist deshalb umso ärgerlicher, wenn ein Anspruch auf eine Forderung zwar besteht, der Schuldner jedoch aufgrund der eingetretenen Verjährung die Leistung verweigern darf. Eine nach Eintritt der Verjährung geleistete Zahlung kann allerdings aufgrund der Einrede der Verjährung nicht zurückgefordert werden (§ 214 BGB).

Die sogenannte regelmäßige Verjährungsfrist beträgt gem. § 195 BGB immer drei Jahre und beginnt mit dem Schluss des Jahres in dem

  1. der Anspruch entstanden  ist und
  2. der Gläubiger von den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste (§ 199 Abs. 1 BGB).

Jahresendverjährung
Folglich beginnt die dreijährige Verjährung mit Ablauf des 31. Dezember und endet drei Jahre später am 31.12., 24:00 Uhr. Die sogenannte Jahresendverjährung lässt sich auch leicht selbst berechnen.

Die Formel zur Berechnung der regelmäßigen Verjährung lautet:

Tag der Fälligkeit der offenen Forderung
+ Zeit bis zum Jahresende (31.12., 24:00 Uhr)
+ 3 Jahre
= Verjährungszeitpunkt

Mit der Erhebung einer Klage oder dem Mahnverfahren kann eine drohende Verjährung verhindert werden.

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Autor


Julia Doll

Rechtsfachwirtin

Telefon+49 721 9633-144