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Testamentsvollstreckung

Wann soll die Testamentsvollstreckung in einem Testament angeordnet werden?

Wer seinen Nachlass verbindlich regeln möchte, ist je nach Erbeinsetzung und Umfang des Vermögens an einer gesicherten Durchführung des Testamentes interessiert – hierzu sollte dann ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden.

Die Basis ist selbstverständlich ein Testament, also der eigene Wille, Regelungen zu treffen.

Werden in einem Testament Regelungen getroffen, die von der gesetzlichen Erbfolge abweichen oder bestehen die Erben aus einer Vielzahl von Personen, sollte im Testament eine Anordnung zur Organisation der Verteilung der Erbmasse, d. h. des zu verteilenden Vermögens, getroffen werden.

Wir halten die Anordnung einer Testamentsvollstreckung in den folgenden Fällen für erforderlich:

  • Die Nachlassmasse soll nicht oder nicht ausschließlich an die gesetzlichen Erben fallen, sondern an Dritte, wie kirchliche oder gemeinnützige Institutionen.
  • Die Nachlassmasse besteht aus mehreren Vermögensgegenständen, z. B. Immobilienvermögen und Kapitalanlagen und soll an unterschiedlichste Personen verteilt werden.
  • Die Nachlassmasse, z. B. Immobilienvermögen soll im Rahmen einer Teilungsanordnung konkret einzelnen bestimmten Personen zugeteilt werden oder soll zur Erfüllung von Vermächtnissen veräußert werden.
  • Die Nachlassmasse soll für die eigenen Erben, insbesondere minderjährige Kinder, während einer bestimmten Dauer, z. B. bis zur Volljährigkeit, verwaltet werden. Der Testamentsvollstrecker agiert hier wie ein Treuhänder und stellt den Erben zum Abschluss der Verwaltung das Vermögen entsprechend der Weisungen des Erblassers zur Verfügung.

Welche Überlegungen sollten angestellt werden?

Wenn einer dieser exemplarisch aufgeführten Lebenssachverhalte vorliegt, stellt sich immer die Frage, wer nach dem Ableben für die Umsetzung dieser Anordnungen und schlussendlich für die Verteilung des Vermögens verantwortlich handelt.

Wurden in dem Testament keine direkten Abkömmlinge (beispielsweise die Kinder oder Enkel) als Erben bedacht, oder sind diese minderjährig, muss zwangsläufig eine neutrale vertrauenswürdige Person beauftragt werden, um das Gewünschte umzusetzen.

Hier spricht man von der sogenannten Testamentsvollstreckung: Der hierfür eingesetzte Testamentsvollstrecker hat in vollem Umfang die Wünsche des Verstorbenen auszuführen.

Dabei soll gut überlegt sein, wer als Testamentsvollstrecker eingesetzt werden kann oder sinnvollerweise eingesetzt werden soll. Zunächst sei erwähnt, dass als Testamentsvollstrecker jede natürliche Person, also ein Familienangehöriger, ein Freund, ein Steuerberater oder Rechtsanwalt eingesetzt werden kann. Je nach Umfang der Testamentsvollstreckung genügt die Ernennung eines Familienangehörigen oder eines guten Freundes. Der Testamentsvollstrecker wird durch den Nachlassrichter am Sitz Ihres Amtsgerichts bestellt. Wenn Sie hinsichtlich der Person des Testamentsvollstreckers im Testament keine Wünsche angeben, wählt der Nachlassrichter eine Ihnen unbekannte Person aus einer Liste aus. Dies gilt es durch die konkrete Benennung zu vermeiden.

Schließlich muss immer bei der Ernennung eines Testamentsvollstreckers auch darauf geachtet werden, dass eine Ersatzperson zum Testamentsvollstrecker benannt wird. Dies für den Fall, dass der eigentliche Testamentsvollstrecker bspw. aus Altersgründen dieses Amt nicht ausführen kann oder die Annahme des Amtes abgelehnt hat.

Die Testamentsvollstreckung stellt in aller Regel kein einfaches Unterfangen dar

Es müssen behördliche Vorschriften beachtet werden, die Testamentsvollstreckung muss zudem sehr rasch zur Vermeidung von Risiken begonnen und ausgeführt werden. Oftmals sind hier umfangreiche Kenntnisse hinsichtlich der Behördengänge, der Bank- oder Immobilienangelegenheiten von Nöten. Weiter ist der Testamentsvollstrecker auch für die Abführung gegebenenfalls anfallender Erbschaftsteuer verantwortlich.

So ist im Ergebnis festzustellen, dass, sobald eine Testamentsvollstreckung geboten ist, eine gewisse Unabhängigkeit erreicht werden sollte. Diese kann dadurch erreicht werden, dass der Steuerberater oder Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zum Testamentsvollstrecker ernannt wird. Dies bietet sich alleine schon deswegen an, da diese Personen aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit wohl am Besten im Bilde über die persönlichen Vermögensverhältnisse sind und die Testamentsvollstreckung zügig durchführen können. Wobei hier das Wort „zügig“ mit Vorsicht zu genießen ist. Eine Testamentsvollstreckung erstreckt sich erfahrungsgemäß auf mehrere Monate, nicht selten über 1 – 2 Jahre.

In Einzelfällen kann sich die Testamentsvollstreckung auch über mehrere Jahre erstrecken, wenn beispielsweise Dauertestamentsvollstreckung angeordnet wurde, also bestimmtes Vermögen für die nachfolgenden Generationen verwaltet und ertragsbringend eingesetzt werden soll.

Wie schon erwähnt, so ist der Testamentsvollstrecker an einige gesetzliche Bestimmungen gebunden und setzt sich bei Missachtung dieser Bestimmungen, als auch der Wünsche des Erblassers einem nicht unerheblichen Haftungsrisiko aus, insbesondere gegenüber den Erben und den Vermächtnisnehmern.

Wir empfehlen Ihnen, bereits im Rahmen des Testamentes die Vergütung des Testamentsvollstreckers, aber auch dessen Befugnisse abschließend zu regeln, um Ihrem Willen eine klare Form zu geben.

ihre Ansprechpartner


Steffen Hort

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