Neues Jahr – Neues Glück?
Überlegungen zum Jahreswechsel

Ein Tauziehen: Die neue Bundesregierung hat sich noch nicht gefunden … dennoch gibt es einige steuerliche Aspekte für 2018 zu beachten. Den einen oder anderen Punkt hatten wir schon im Jahresverlauf aufgegriffen. Hier fassen wir für Sie nochmals die wichtigsten Punkte zusammen:

Für alle Steuerpflichtigen:

Grundfreibetrag
Der steuerliche Grundfreibetrag und damit auch der Unterhaltshöchstbetrag steigt auf 9.000 EUR. Bis zu diesem Betrag muss keine Einkommensteuer gezahlt werden bzw. können Unterhaltsaufwendungen berücksichtigt werden.

Kinderfreibetrag
Der Kinderfreibetrag wird auf 4.788 EUR erhöht. Gleichzeitig steigt das Kindergeld um monatlich 2 EUR pro Kind (1. und 2. Kind: 194 EUR, für das 3. Kind 200 EUR und das 4. Kind 225 EUR).

Außergewöhnliche Belastungen
Diese sind in dem Jahr steuerlich abzugsfähig, in dem sie gezahlt werden (z. B. Brille, Zahnarzt, Medikamente). Da jeder Steuerpflichtige einen „Eigenanteil“ selbst zu tragen hat, gilt es zu prüfen, ob sich eine Zahlung in 2017 noch steuerlich lohnt oder, ob man eher mit einer Ballung der Aufwendungen in 2018 rechnet.

Handwerkerleistungen
Soweit die Leistungen den steuerlichen Entlastungsbetrag von 1.200 EUR (20 % der Lohnkosten) in 2017 bereits erreicht haben, sollte die Begleichung der Rechnungen – soweit möglich – auf 2018 verschoben werden.

Verlustbescheinigung
Einen Antrag können Sie bei Ihrer Bank bis 15.12.2017 stellen. Dies macht dann Sinn, wenn bei einer Bank steuerliche Verluste entstanden sind, welche Sie mit Gewinnen bei anderen Kreditinstituten in der Steuererklärung gerne verrechnen wollen.

Grundsteuer
Vermieter können bei wesentlicher Ertragsminderung einen teilweisen Erlass der Grundsteuer für 2017 beantragen. Der Antrag kann bis 31.03.2018 gestellt werden (Karsamstag daher Fristverlängerung bis 03.04.2018).

Geringwertige Wirtschaftsgüter
Die Grenze wird auf 800 EUR netto (952 EUR brutto) erhöht. Bis zu diesem Betrag können Unternehmer, Vermieter aber auch Arbeitnehmer Wirtschaftsgüter im Jahr der Anschaffung vollständig abschreiben. Investitionen bis zu diesem Betrag sollten ins Folgejahr verlegt werden, um den kompletten Ausgabenabzug im Jahr der Investition zu erreichen.

Beitragsbemessungsgrenzen
Diese liegt in der Krankenversicherung im Jahr 2018 bei 53.100 EUR pro Jahr / 4.425 EUR pro Monat. Die Versicherungspflichtgrenze steigt auf 59.400 EUR pro Jahr / 4.950 EUR pro Monat. In der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung steigen diese ebenfalls auf 6.500 EUR im Monat / 78.000 EUR pro Jahr (West) und monatlich 5.800 EUR / 69.600 EUR pro Jahr (Ost) an.

Für Unternehmer:

Umgang mit Lieferscheinen
Lieferscheine können grundsätzlich mit Erhalt oder Versand der Rechnung vernichtet werden. Beachten Sie aber, dass der Lieferschein ein Rechnungsbestandteil sein könnte und damit künftig eben nicht vorzeitig vernichtet werden darf.

Gesellschafterverträge
Verträge zwischen GmbH und Gesellschafter-Geschäftsführer sollten, wie jedes Jahr, auf Angemessenheit und Fremdüblichkeit überprüft werden.

Kassennachschau
Ab 01.01.2018 besteht für die Finanzverwaltung die Möglichkeit, eine Kassennachschau durchzuführen. Hierzu hatten wir Sie bereits sehr detailreich informiert.

Betriebsrentenstärkungsgesetz
Das „Herzstück“ des Betriebsrentenstärkungsgesetz – Sozialpartnermodell mit der Möglichkeit der reinen Betragszusage tritt zum 01.01.2018 in Kraft.

Mindestlohn
Dieser liegt auch in 2018 bei 8,84 EUR. Jedoch sind in einzelnen Branchen Branchenmindestlöhne zu beachten. So steigt z. B. der Pflegemindestlohn auf 10,55 EUR (West) und 10,05 (Ost) an.

Lohnsteuerdaten
Ab 01.01.2018 sind zwingend die lohnsteuerrelevanten Daten nach der amtlich vorgeschriebenen Digitalen Lohn-Schnittstelle (DLS) zu übermitteln.

Künstlersozialabgabe
Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung sinkt 2018 von 4,8 % auf 4,2 %.

Jetzt sind Sie ungefähr im Bilde, was uns steuerlich im neuen Jahr begleiten wird.

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Autor


Thomas Apitz

Steuerberater

Telefon+49 721 9633-137


tapitz(at)mhp-kanzlei.de