Berechnung des geldwerten Vorteils bei Betriebsveranstaltungen

Zu den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit gehören auch Zuwendungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer und deren
Begleitpersonen anlässlich von Betriebsveranstaltungen wie z. B. Weihnachtsfeier, Sommerfest und ähnliche betriebliche Events, soweit sie die Freigrenze von 110 EUR übersteigen.

Für die Frage, ob ein geldwerter Vorteil und in welcher Höhe zu versteuern ist, werden alle Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich der hierauf entrichteten Umsatzsteuer als Gesamtkosten für die Betriebsveranstaltung angesetzt. Streitig war bisher aber die Frage, ob die so ermittelten Gesamtkosten der Betriebsveranstaltung den teilnehmenden Arbeitnehmern zuzurechnen ist oder die Gesamtkosten durch die angemeldeten Teilnehmer dividiert werden und der entsprechende auf den angemeldeten Teilnehmer entfallende Teilbetrag der Gesamtkosten dann nur den tatsächlich teilnehmenden Arbeitnehmern zugerechnet werden kann. Diese Frage stellt sich häufig, weil bei Betriebsveranstaltungen Arbeitnehmer kurzfristig wegen Krankheit, Urlaub und anderen persönlichen Umständen ihre Teilnahme trotz ihrer vorherigen Anmeldung absagen, dem Arbeitgeber aber dennoch die erhöhten Kosten für die Betriebsveranstaltung entstehen.
Der Bundesfinanzhof hat nunmehr mit seinem Urteil vom 29.04.2021 VI R 31/18 diese Frage leider dahingehend entschieden, dass die ermittelten Gesamtkosten brutto schlicht durch die Anzahl der tatsächlich teilgenommenen Arbeitnehmer zu dividieren ist und von dem anteiligen Betrag der Freibetrag in Höhe von 110 EUR abgezogen wird. Der verbleibende Betrag wird dann zum steuerpflichtigem geldwerten Vorteil, der nach § 40 Abs. 2 Nr. 2 EStG mit 25 % pauschaler Lohnsteuer versteuert werden kann. Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass für den Fall, dass die anteiligen Gesamtkosten den Freibetrag von 110 EUR überschreiten, ein Vorsteuerabzug des Unternehmens ausscheidet.

Bernd Maisenbacher
Steuerberater und Partner

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