Einkünfte aus Kapitalvermögen – Neues zur Verlustverrechnung

Der Gesetzgeber hat ab den Jahren 2020 bzw. 2021 zwei neue Verlustausgleichstöpfe geschaffen.

Ab dem Jahr 2020 dürfen Verluste aus wertlosen Kapitalanlagen nur noch bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 EUR mit positiven Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Ein übersteigender Betrag wird ins Folgejahr vorgetragen. Hierunter fallen u. a. Verluste aus der ganzen oder teilweisen Uneinbringlichkeit einer Kapitalforderung oder die Ausbuchung wertloser Aktien aus dem Bankdepot.

Ab dem Jahr 2021 dürfen zudem Verluste aus Termingeschäften nur noch mit Gewinnen aus Termingeschäften ausgeglichen werden und auch hier nur bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 EUR pro Steuerjahr.
Die Verlustverrechnung erfolgt ausschließlich im Rahmen der Einkommensteuererklärung.
Die Banken dürfen diese Verluste nicht in den Verluststopf einstellen und sind aufgrund einer Übergangsregelung erst ab dem 01.01.2022 verpflichtet, die Verluste auf der Steuerbescheinigung auszuweisen. Das heißt, die Verluste werden nicht bankintern verrechnet und sind auch nicht auf der Steuerbescheinigung 2020 und 2021 ausgewiesen. Auch aus einer extra beantragten Verlustfeststellungsbescheinigung wären die Verluste nicht ersichtlich.

Daher brauchen wir Ihre Unterstützung: Wir können Verluste aus wertlosen Kapitalanlagen und aus Termingeschäften nur erkennen und steueroptimal in der Einkommensteuererklärung ansetzen, wenn Sie uns darüber informieren, dass Sie diese Verluste erlitten haben und uns alle Ihnen vorliegenden Unterlagen hierzu zukommen lassen, z. B. Erträgnisaufstellungen.

Auch bei der bereits seit Einführung der Abgeltungsteuer bestehenden Verlustverrechnungsbeschränkung für Aktienveräußerungen gibt es Neuigkeiten. Nach der aktuellen gesetzlichen Regelung dürfen Verluste aus der Veräußerung von Aktien nur mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien verrechnet werden. Das Bundesverfassungsgericht muss nun darüber entscheiden, ob diese Verlustverrechnungsbeschränkung mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Die Banken werden weiterhin entsprechend der aktuellen Gesetzeslage Verluste aus Aktienveräußerungen nur mit Gewinnen aus Aktienveräußerungen verrechnen und eine Verrechnung mit allen anderen Einkünften aus Kapitalvermögen versagen. Um die Verluste aus der Veräußerung von Aktien aus Depots bei verschiedenen Banken in der Einkommensteuererklärung geltend machen zu können, benötigen wir von Ihnen eine Verlustfeststellungsbescheinigung der Bank, die Sie dort für das Jahr 2021 bis spätestens zum 15.12.2021 beantragen müssen.

Carolin Knapp
Steuerberaterin

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