Klimaschutzprogramm 2020 — Bessere Förderbedingungen

Im Rahmen des Gesetzes zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 wurde für einen befristeten Zeitraum von 10 Jahren geltende steuerliche Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an selbstgenutzten Gebäuden beschlossen.
Die Regelung ist im neu geschaffenen § 35c Einkommensteuergesetz (EStG) verankert und gilt ab 01.01.2020 für eigengenutzte Immobilien.

Geförderte energetische Maßnahmen sind:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken
  • Erneuerung der Fenster oder Außentüren
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind

Die Ermäßigung der tariflichen Einkommensteuer beträgt im Jahr des Abschlusses der energetischen Maßnahmen und im nächsten Kalenderjahr
7 % der Aufwendungen, höchstens jedoch 14.000 EUR. Im übernächsten Kalenderjahr ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer um 6 % der Aufwendungen, höchstens jedoch um 12.000 EUR.

Die Steuerermäßigung kann auch für mehrere Einzelmaßnahmen am selben Objekt in Anspruch genommen werden. Die objektbezogene Förderobergrenze liegt bei
40.000 EUR.

Voraussetzung ist, dass das Objekt, an dem die energetischen Maßnahmen durchgeführt werden, älter als 10 Jahre ist.

Die Maßnahmen müssen außerdem von einem Fachunternehmen ausgeführt und von diesem auch bescheinigt sowie in Rechnung gestellt werden.

Neben dieser neuen Förderungsmaßnahme bleibt die Steuerermäßigung nach § 35a EStG bestehen (Lohnkosten aus Handwerkerrechnungen als Steuerermäßigung). Der Steuerpflichtige hat die Wahl, welche Steuerermäßigung er in Anspruch nehmen möchte. Zumeist wird voraussichtlich die neue Steuerermäßigung nach § 35c EStG insgesamt zu der günstigeren Lösung führen.

Beispiel:
Der Steuerpflichtige beauftragt im Jahr 2020 den Einbau einer neuen Heizungsanlage in seinem selbstgenutzten Ein-
familienhaus, das 1984 gebaut wurde. Der Einbau der neuen Heizung wird noch im Jahr 2020 abgeschlossen, die Aufwendungen belaufen sich auf 16.000 EUR.
In den Aufwendungen sind
9.000 EUR Lohnkosten enthalten.

Die Steuerermäßigung aufgrund des neuen § 35c EStG berechnet sich wie folgt:

2020: 7 % von 16.000 EUR = 1.120 EUR (Höchstbetrag 14.000 EUR)
2021: 7 % von 16.000 EUR = 1.120 EUR (Höchstbetrag 14.000 EUR)
2022: 6 % von 16.000 EUR = 960 EUR (Höchstbetrag 12.000 EUR)

Insgesamt ergibt sich somit eine Steuerermäßigung für die Jahre 2020 bis 2022 in Höhe von 3.200 EUR (Höchstbetrag 40.000 EUR).

Im Rahmen des § 35a EStG hätten im Jahr 2020 1.200 EUR als Handwerkerleistungen berücksichtigt werden können (20 % der Arbeitskosten in Höhe von 9.000 EUR = 1.800 EUR, Höchstbetrag 1.200 EUR).

Die Steuerermäßigung kann auch für zu eignen Wohnzwecken genutzten eigenen Gebäuden in Anspruch genommen werden, die in der Europäischen Union oder im Europäischen Wirtschaftsraum gelegen sind.

Sollten Sie eine energetische Maßnahme an Ihrem Gebäude planen, dann kommen Sie gerne für eine steuerliche Beratung auf uns zu.

Carolin Knapp
Steuerberaterin
cknapp@mhp-kanzlei.de

Steffen Hort
Steuerberater
short@mhp-kanzlei.de

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