STEUERLICHE VERGÜNSTIGUNGEN FÜR BEHINDERTE UND BEIM PFLEGE-PAUSCHBETRAG

Im Regierungsentwurf der Bundesregierung sind im Rahmen des Behinderten-Pauschbetragsgesetzes ab dem Veranlagungszeitraum 2020 steuerliche Vergünstigungen für Steuerpflichtige mit einer Behinderung vorgesehen.

Menschen mit einer Behinderung können in der Einkommensteuererklärung anstatt der Berücksichtigung der einzelnen Aufwendungen für die Hilfe bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens, für die Pflege sowie für einen erhöhten Wäschebedarf einen Behinderten-Pauschbetrag beantragen.

Die aktuellen Behinderten-Pauschbeträge sollen ab dem Veranlagungszeitraum 2021 verdoppelt werden und eine Behinderung bereits ab einem Grad von 20 – anstelle von bisher 25 – festgestellt werden:

Damit Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50 den Pauschbetrag erhalten, müssen sie aktuell noch die folgenden zusätzlichen Kriterien erfüllen, welche ab dem Veranlagungszeitraum 2021 ersatzlos wegfallen sollen:

  • dem behinderten Menschen stehen wegen seiner Behinderung nach gesetzlichen Vorschriften Renten oder andere laufende Bezüge zu oder
  • die Behinderung hat zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt oder beruht auf einer typischen Berufskrankheit.

Für Behinderte, die im steuerlichen Sinne als hilflos gelten und für blinde Menschen ist es geplant, den Pauschbetrag von aktuell 3.700 EUR auf 7.400 EUR zu erhöhen.

Für geh- und stehbehinderte Steuerpflichtige mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 oder mit einem von mindestens 70 und dem Merkzeichen „G“ soll außerdem ein Fahrtkostenpauschbetrag in Höhe von 900 EUR eingeführt werden.

Für außergewöhnlich gehbehinderte Steuerpflichtige mit dem Merkzeichen „aG“, blinde oder behinderte Menschen mit dem Merkzeichen „H“ soll dieser Fahrtkostenpauschbetrag 4.500 EUR betragen.
Die Anwendung des Pauschbetrags schließt dann den Ansatz tatsächlicher behinderungsbedingter Fahrtkosten als außergewöhnliche Belastungen aus.

Neben den Änderungen für behinderte Steuerpflichtige soll es ab 2021 auch folgende steuerliche Verbesserung beim Pflege-Pauschbetrag geben:

  • Der Pflege-Pauschbetrag kann auch geltend gemacht werden, wenn die zu pflegende Person nicht das Kriterium „hilflos“ erfüllt
  • Der Pflege-Pauschbetrag für Steuerpflichtige, die Menschen mit einem Pflegerad von 4 oder 5 pflegen, erhöht sich von 924 EUR auf 1.800 EUR
  • Für Steuerpflichtige, die Menschen mit einem Pflegegrad von 2 oder 3 pflegen, wird ein Pflege-Pauschbetrag von 600 EUR bzw. 1.100 EUR eingeführt

 
Pauschbeträge 2020 und 2021 im Vergleich

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