VERSTEUERUNG DES FIRMENWAGENS – FAHRTEN ZUR ARBEIT IN CORONA-ZEITEN

Wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber einen Firmenwagen unentgeltlich oder verbilligt überlässt, den Sie auch für Privatfahrten und Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nutzen dürfen, müssen Sie hierfür einen geldwerten Vorteil versteuern.

Wenn der geldwerte Vorteil nach der sogenannten Listenpreismethode ermittelt wird, dann wird im Rahmen Ihrer monatlichen Gehaltsabrechnungen für die Privatnutzung des Firmenwagens ein geldwerter Vorteil in Höhe von 1 Prozent des Bruttolistenpreises berücksichtigt und für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zusätzlich 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises für jeden Entfernungskilometer.
Der geldwerte Vorteil in Höhe von 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises für jeden Entfernungskilometer ist unabhängig von der Anzahl der tatsächlichen monatlichen Fahrten. Pauschal werden bei dieser Berechnung 15 Fahrten zur Arbeit im Monat unterstellt.
Neben dieser pauschalen Ermittlung des geldwerten Vorteils gibt es auch die Möglichkeit, eine Einzelbewertung für jede durchgeführte Fahrt mit 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer durchzuführen. Dies ist möglich, wenn der Arbeitnehmer den Firmenwagen nicht arbeitstäglich, sondern nur gelegentlich, maximal an 180 Tagen im Jahr nutzt.

Aufgrund der Corona Pandemie sind viele Arbeitnehmer nicht wie gewohnt täglich zur Arbeit gefahren, sondern haben vorwiegend im Homeoffice gearbeitet. In diesem Fall ist die Einzelbewertung steuerlich günstiger als der pauschale Ansatz mit 0,03 Prozent.
Damit der Arbeitgeber bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren die Einzelbewertung der Fahrten vornehmen kann, muss der Arbeitnehmer die tatsächlichen Fahrten mit Datumsangabe aufschreiben und seinem Arbeitgeber monatlich und fahrzeugbezogen vorlegen.
Wenn im Rahmen der monatlichen Gehaltsabrechnungen keine Einzelbewertung der Fahrten erfolgt, kann dies auch noch in der Einkommensteuererklärung vorgenommen werden.
Grundsätzlich muss die Bewertungsmethode im Kalenderjahr einheitlich erfolgen, d. h., ein unterjähriger Wechsel von der pauschalen Bewertung zur Einzelbewertung ist nicht möglich und die Einzelaufzeichnungen müssen ab Beginn des Kalenderjahres erfolgen. Hier besteht aktuell für das Jahr 2020 das Problem, dass Anfang des Jahres 2020 noch kein Lockdown absehbar war und die Arbeitnehmer somit auch nicht im Januar mit ihren Einzelaufzeichnungen begonnen haben.
Es bleibt abzuwarten wie die Finanzverwaltung mit dieser Situation umgeht und ob es eventuell aufgrund der Sondersituation zu einer Lockerung der Vorschriften kommt und die Einzelbewertung eventuell auch für einen kürzeren Zeitraum als das Kalenderjahr zugelassen wird.

Wenn Sie im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie viel von zu Hause aus gearbeitet haben und Ihr Arbeitgeber den geldwerten Vorteil mit 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer berechnet, empfehlen wir Ihnen in jedem Fall mit Datumsangabe aufzuzeichnen, an welchen Tagen Sie von Ihrer Wohnung zur Arbeit gefahren sind. Mit Hilfe dieser Aufzeichnungen kann dann gegebenenfalls eine Korrektur des geldwerten Vorteils im Rahmen der Einkommensteuererklärung 2020 vorgenommen werden.

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